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Rezension zu „Handling The Undead“ (2024).

Horror muss nicht immer laut und dreist sein. Es kann leise hereinströmen und sich wie ein Nebel über einen legen. Die Stille der menschlichen Trauer ist ihr eigenes Trauma und Schrecken, und die Erfassung ihrer Vielzahl ist für das Geschichtenerzählen von großer Bedeutung. „Handling the Dead“ (Hanteringen av odöda) stellt sich dieser Herausforderung und erforscht die Trauer anhand eines Horrorklassikers: Zombies.

Basierend auf dem Buch von John Ajvide Lindqvist spielt „Handling the Dead“ in Oslo an einem heißen Sommertag, während die Toten auferstehen. „Handling the Dead“ wird aus der Perspektive dreier Familien erzählt und offenbart den Verlust jedes Einzelnen, wenn seine Lieben zu ihnen zurückgebracht werden. Anstatt sich auf die grausame Natur der Untoten zu konzentrieren, geht es im Film mehr darum, was es für verzweifelte Familien bedeutet, wenn ihre Lieben zurückkommen.

Jeder Charakter in „Handling the Undead“ durchlebt seine Trauer oder steht auf seine ganz eigene Art und Weise still. Trauer verläuft nicht linear und ist nicht bei jedem gleich. In jeder der Darstellungen wird das Publikum ausgehöhlt. Den Tod der geliebten Menschen, die vor ihnen sitzen, zu akzeptieren, ist ein Prozess, der für manche langsamer ist als für andere. Zuzusehen, wie jeder Charakter mit seinen Untoten umgeht, ist beunruhigend, unangenehm und für diejenigen, die kürzlich geliebte Menschen verloren haben, mit Sicherheit ein Nervenkitzel. Es ist wunderschön. Der Umgang mit den Untoten ermöglicht es, Schönheit und Schmerz im unbequemen Raum der Trauer zu finden. Der Film kriecht in die Höhle, die der Verlust hinterlassen hat, sitzt darin und zieht einen weiter nach unten.

„Handling the Undead“ ist ein Zombiefilm, der den Menschen vor das Spektakel stellt. Der Horror des Films liegt in der Art und Weise, wie die Trauer einen in Stücke reißt, nicht in der Art und Weise, wie Zombies es tun. Dies geschieht durch Taten, nicht durch Worte. Anstatt sich auf schwere Dialoge zu verlassen, verwendet der Film etwas Eindringlicheres und zeigt dem Publikum, wie jede Figur auf ihre Trauer reagiert. Das belastet die Schauspieler enorm, und jeder trägt es außerordentlich gut.

Die beiden Darbietungen, die jedoch am meisten hervorstechen, sind Renate Reinsve und Bente Børsum als Anna bzw. Eva. Anna ist eine Mutter, die mit dem Verlust ihres Sohnes zurechtkommt. Als er zurückkommt, setzt sie sich auf sein Bett und die Kamera erfasst ihr Gesicht. Tränen strömen über ihr Gesicht, während sie zwischen einem Lächeln und einer schmerzerfüllten Grimasse schwankt. Der verfallende Körper ihres Sohnes ist da. Elias steht vor ihr. Doch in einem Moment ohne Worte fängt Reinsve den Schmerz einer Mutter ein, die sieht, wie ihre Trauer wahr wird. Sie ist gleichzeitig glücklich, verängstigt und niedergeschlagen.

Für Børsum sehen wir, wie Eva ihre Partnerin (Olga Damani) ein letztes Mal fertig macht. Sie wäscht sie, zieht sie an und trägt ihr Make-up auf. Es ist intim und düster. Alles daran, diese beiden Liebenden wieder zusammen zu sehen und dabei zu wissen, dass man möglicherweise nicht wirklich da ist, ist äußerst schmerzhaft. Der Film baut sein Drama und Trauma in dünnen Schichten intimer Momente auf, während jede Familie unbedingt wieder ganz sein möchte.

„Handling the Dead“ ist ein Horrorfilm, der sich jedoch mit der Frage beschäftigt, wie schrecklich und beunruhigend Trauer sein kann. Bedeutet ein Körper mehr als eine Erinnerung? Ist das Loslassen ein zweiter Tod oder einfach ein Verstehen des ersten? Es gibt keine klare Antwort, da jeder Charakter seinen eigenen Weg durch seinen Schmerz geht. Das macht es schmerzhaft wirkungsvoll.

„Handling the Undead“ wurde im Rahmen von Sundance 2024 gezeigt und soll von NEON vertrieben werden.

Umgang mit den Untoten

9,5/10

TL;DR

„Handling the Dead“ ist ein Horrorfilm, der sich jedoch mit der Frage beschäftigt, wie schrecklich und beunruhigend Trauer sein kann.

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